Der Paznauner Höhenweg: Ja, ich will!

Der Paznauner Höhenweg: Ja, ich will!
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Es war ein ganz normaler Tag. Ich saß zuhause, hörte Musik und starrte meine doch schon in die Jahre gekommene Tapete an. Ich tat das, was man eben so tut, wenn man sich nicht gerade als Sportler bezeichnen würde. Ein Anruf drang vor in meine Idylle. Es war ein guter Freund von mir, der sich in letzter Zeit deutlich verändert hatte. Er war jetzt sportlich geworden und hatte genug vom ewigen zuhause rumsitzen und vom ewigen nur auf Konzerte gehen. Er hatte die Natur und das Wandern für sich entdeckt und wollte mich ebenfalls dafür begeistern. Ich hörte ihm gelassen zu.

Er sprach ruhig, leise, ganz sachlich. Weniger hektisch als früher. Es wirkte fast so, als ob er eine Art von Erleuchtung erlebt hatte. Seit er wandern ging, war er irgendwie lockerer, entspannter. Seine Stimme war leiser geworden, sanfter. Wenn er über seine letzten Wanderungen sprach, war so eine Fröhlichkeit in seiner Stimme, die früher garantiert nicht da war. Wenn er von einem Konzert sprach, das er letztens besucht hatte, klang er abgebrüht, nur wenig begeisterte ihn wirklich. Wenn er von seinen Wanderungen sprach, dann sprach er ausschließlich im Modus der Begeisterung.

Es half nichts. Ich wurde ihn am Telefon nicht los. Sein voll entfalteter Begeisterungs-Modus ließ sich nicht abstellen. Ein wenig missionarischer Eifer schwang auch in seiner Stimme mit als er vom Paznauner Höhenweg sprach. Das sei ein Erlebnis in neun Etappen meinte er. Ich sollte doch einfach mal ein wenig aus meinem Alltag aussteigen. Es würde mir gut tun. Er hatte in letzter Zeit doch deutliche Anzeichen von Stress bei mir wahrgenommen. Auch die Augenringe seien in den letzten Wochen immer dunkler geworden. Ich solle mir einfach einen Ruck geben, mir ein paar Tage frei nehmen. Auszeit quasi.

Auch Hütten kommen garantiert nicht zu kurz (Bild: TVB Ischgl)

Auch Hütten kommen garantiert nicht zu kurz (Bild: TVB Ischgl)

Der Paznauner Höhenweg: Mein Weg zum Glück!

Schön sei dieser Weg wie kaum etwas anders. Ich müsse ganz einfach mitkommen. Gegebenenfalls könnten wir uns überlegen, ein paar allzu anspruchsvolle Etappen mir zu liebe auszulassen. Aber er war jedenfalls überzeugt: Der Paznauner Höhenweg hatte das Zeug dazu mich zu „bekehren“. Ich würde als überzeugter Wanderer, wenn nicht als angehender Alpinist wieder zurückkehren.

Das müsse ich mir geben, meinte ein Freund. Das sei Schönheit! (Bild: TVB Ischgl)

Das müsse ich mir geben, meinte ein Freund. Das sei Schönheit! (Bild: TVB Ischgl)

Fortan würde ich dem Alltag lockerer, lässiger und mit einem milden, ja weisen Lächeln begegnen. Schließlich würde ich dann wissen, dass es immer noch die Möglichkeit gab, einfach zu entfliehen, auf die Berge zu gehen. Auch in kleineren Dosierungen sei das Wandern und generell das Bergerlebnis ein absoluter Glücksbringer. Der Alltag könne mir dann aber schon mal gar nichts anhaben.

Ich war also gewillt laut und deutlich „Ja“ zu sagen. Ja, ich will! Ja, ich will wandern. Ja ich will Glück. Ja, ich will mein Leben ändern! Ja, ich will mich auf das Glücksversprechen des Paznauner Höhenwegs einlassen.

Er wusste aber auch, wie er mich sonst noch fangen konnte. Nicht nur das Glück am Berg war es, das mich lockte. Auch sein Hinweis, dass wir danach ja noch nach überstandener Etappe ein paar Tage im „Trofana Royal“ genießen könnten war durchaus reizvoll. Auch das Thema Wellness und gutes Essen sollte ja dann doch nicht zu kurz kommen. Da waren wir nach wie vor auf einer Wellenlänge. Auch die eine oder andere Hütte würde bei unserer Wanderungen außerdem eine Rolle spielen.

Kurzum: Ich war bereit. Es konnte losgehen. Während ich diese Zeilen hier schreibe habe ich schon mal begonnen meinen Rucksack zu packen. Ich konnte es kaum mehr erwarten zum glücklichen Menschen zu werden.