Wandern in Ischgl: Wie viel Schönheit hätten´s denn gerne?

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Erst vor kurzem habe ich das Wandern für mich entdeckt. Bis dahin war es für mich ein „Sport“ von alten, langweiligen Leuten, die sich nicht anders zu beschäftigen wussten. Es war für mich eine Aktivität, die an Sinnlosigkeit nicht zu überbieten ist. Planlos auf den Berg gehen um danach eine Aussicht genießen zu können, die ich mit einem Lift oder mit einer Gondel ebenso haben könnte. Doch ich bin älter geworden. Und weiser. Ich habe die Vorzüge des Wanderns mittlerweile ganz genau begriffen. Auch und vor allem wenn es um das Wandern in Ischgl geht. Denn dort ist es fast noch schöner als anderswo.

Soll ich euch beschreiben, was mit mir passiert ist? Nun, es ist eigentlich ganz einfach. Ja eh, ich bin älter geworden und vielleicht auch ein bisschen ruhiger. Aber es ist mehr als das. Es ist vielmehr eine ganz neue Haltung zum Leben. Früher wollte ich immer bei allem dabei sein. Ich hatte Angst etwas zu verpassen. Bis ich merkte, dass diese übertriebene Aktivität eigentlich nur dazu führt, dass man noch mehr Angst hat. Und wenn man dann wirklich was verpasst wird man fast schon von Panikattacken heimgesucht.

Kurzum: Mehr Aktivität, vor allem im städtischen Raum, führt zu noch mehr Aktivität und letzten Endes auch zur Erschöpfung. Wer erschöpft ist, der ist naturgemäß nicht glücklich. Und wer nicht glücklich ist, der verliert auch den Blick auf die Dinge im Leben, die wirklich zählen. Der verheddert sich in irgendwelchen Nebensächlichkeiten und glaubt, dass diese Nebensächlichkeiten Hauptsachen sind. Der merkt auch, dass er weg muss. Weg von der Stadt, weg von der Geschäftigkeit, weg von den Nebensächlichkeiten.

Ich für mich kann sagen: Ich hatte irgendwann die Schnauze so richtig voll. Ich konnte nicht mehr. War nur mehr erschöpft und nicht mehr wirklich glücklich. Weil es zu viel von Dingen gab, die mir nicht mehr wirklich wichtig waren. Es ging darum, wieder Natur zu erfahren, die in ihrer Ursprünglichkeit vor allem eines ist: Großartig und unverstellt schön. Alles was es auf der Welt sonst noch an Schönheit gibt ist relativ. Die Schönheit der Natur aber ist absolut. Wer sich auf die Natur zubewegt, der erfährt pure Schönheit, ganz unverstellt. Das sind dann Momente, an denen einem schlicht und einfach die Sprache fehlt.

Wandern macht glücklich. Hier im Bild ganz deutlich zu sehen.

Wandern macht glücklich. Hier im Bild ganz deutlich zu sehen.

Und ja: Das Wandern ist ein wunderbares Mittel dazu, der Natur und der Schönheit so ganz nahe zu kommen. Ich fahre dazu immer mal wieder nach Ischgl. Und gebe mir die pure und absolute Dosis Schönheit beim Wandern ebendort.

Wie funktioniert das mit dem Glück beim Wandern in Ischgl?

Ich habe mir lange überlegt, wie das mit dem Glück und dem Wandern funktioniert. Ich denke es liegt daran, dass man schlicht und einfach in Bewegung kommt. Sich von etwas weg bewegt, das einen belastet. Es ist eine Bewegung weg von etwas, das nicht glücklich macht und eine Bewegung hin zur Unbeschwertheit. Hin zu etwas, das sich nicht mehr beschreiben lässt, sondern dass man erlebt haben muss. Wer wandert, der hat die Zielstrebigkeit und Aktivität des eigenen Berufslebens suspendiert. Der geht im besten Fall um zu gehen. Der bewegt sich, weil Bewegung glücklich macht und weil jeder Schritt ein Schritt in die richtige Richtung ist.

Hier im Bild ganz deutlich zu sehen. Die Natur rund um Ischgl ist schon schön. Sehr schön sogar.

Hier im Bild ganz deutlich zu sehen. Die Natur rund um Ischgl ist schon schön. Sehr schön sogar.

Aber Wandern macht auch noch aus einem anderen Grund glücklich, zumal wenn es ums Wandern in Ischgl geht: Wandern ist ein Genusssport. Genuss ist für mich immer in erster Linien zweckfrei. Interesselos. Ich genieße ja nicht das Wandern und die Natur, um danach wieder leistungsfähiger zu sein. Wer das tut, der hat das Wesen des Genusses nicht wirklich verstanden. Genuss ist Genuss ist Genuss ist Genuss. Genuss genügt sich selbst.

Wer genießt, der ist ganz im Hier und Jetzt und nicht mit den Gedanken schon im Danach und bei dem, das noch sein wird. In dieser Hinsicht lässt sich der Genuss des Wanderns in Ischgl natürlich hervorragend mit der Kulinarik hier vor Ort in Ischgl verbinden. Ich sage nur: Martin Sieberer, Paznauner Stube, Trofana Royal. Und wer sucht der findet in Ischgl noch einige Orte mehr, in denen der Genuss an erster Stelle steht.

Das alles entspricht auch meinem neuen Lebensstil. Wo früher übertriebene Aktivität und Imbiss-Kulinarik vorherrschte, gibt es heute den Hang zum Wandern und den Hang zur gehobenen Küche. Ich kann jedenfalls sagen: So geht es mir besser. So ganz falsch kann also meine Entscheidung nicht gewesen sein. Ich bin sogar ziemlich sicher, dass ich goldrichtig liege.

Nun denn: Man sieht sich demnächst beim Wandern in Ischgl! Bei der Bewegung hin zum Glück und zur Schönheit. Und vielleicht danach bei einem Essen der Sonderklasse!